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Dienstag, 2. August 2011

Verkehrszeichen

Dass das Autofahren auf La Reunion schon seine Reize hat, habe ich ja schon in zwei Beträgen dargelegt. Natürlich sind auch die „Verkehrserzieher“ an der Insel nicht vorbei gegangen: Damit es denn nicht zu viel Spaß macht, das Autofahren, sind überall „Bumps“, angeschrägte Asphaltsteifen von einigen Metern Länge, auf die Fahrbahn aufgetragen. In den Dörfern sicher eine sinnvolle und vor allem preiswerte Methode. Das nur die wenigsten von diesen „Bumps“ auch mit Zebrastreifen für die Fußgänger zu Sicherheitszonen verwandelt wurden unterliegt sicher höherem Einsehen. Damit man in jedem Fall weiß, das da ein „Bump“ ist, gibt es ein Verkehrsschild: So wie unser Zebrasteifenschild, nur das statt des Zebrasteifen und des Fußgängers ein Fahrbahnlängsschnitt mit einem „Bump“ abgebildet ist.
Das dieses Zeichen nicht wirklich gut genug ist, müssen die Planer auch gemerkt haben und stellen deshalb 50-100 Meter vor jedes dieser Schilder ein Achtung! Schild auf, auf dem ebenfalls dieser „Bump“ eingearbeitet ist. Die Krönung sind natürlich „Bumps“ mit Zebrasteifen, dann kommt auch noch das von uns bekannte Zebrasteifenschild zu Anwendung. Auf Mauritius wird das dann allerdings mit dem „Bump“ Schild kombiniert...
Nützt das nun etwas? Ja, man muss bei jeder Auffahrt auf einen „Bump“ Angst um seine Radaufhängung haben. Die Könner schaffen es jedoch so anzubremsen, dass das „aus“-Nicken des Fahrzeugs genau auf die Steigung der „Bumps“ fällt und rasen weiter. Bei den Peugeots der Einheimischen verrieten die schwarzen Dieselschwaden das Fahrverhalten: Kurz vor dem „Bump“ vom Gas gehen und genau so beschleunigen, dass man auf der Steigung des „Bumps“ den maximalen Federweg hat. Eine Technik, die ich mit dem Clio bis jetzt nur unvollständig gemeistert habe.

mj

Dienstag, 26. Juli 2011

Autofahren auf der Vulkaninsel

La Reunion ist eine Insel vulkanischen Ursprungs und das merkt man beim Autofahren: Bei der eher ebenen Küstenstraße handelt es sich um Europas teuerste Autobahn. Neben dieser gibt es noch Teile der alten Küstenstraße auf der es sich ebenfalls recht geradlinig fahren lässt. Verlässt man jedoch diese Kreissegmente und fährt ins Innere, müssen innerhalb weniger Kilometer hunderte von Höhenmetern überwunden werden. Die „Hauptstraßen“ haben Serpentinen, die noch uneingeschränkt LKW tauglich sind, aber schon die „gelben“ und weißen“ Straßen ähneln mehr einem Rallyekurs, denn einer normalen Straße. Immerhin sind die „gelben“ immer geteert, bei den „Weißen“ sind Abschnitte als Schotterpiste ausgeführt. Das muss man wissen, dass es hier recht häufig und ausgesprochen heftig regnet. Die Schotterpistenabschnitte gleichen eher einem ausgetrocknetem Flussbett, denn einer Straße. Macht wirklich Spaß zu fahren, aber ich bin auch froh, dass es nicht mein Auto ist...
Übrigens sind im inneren der Insel sowohl die Radialen-, als auch die Kreissegmentstraßen durchweg in Serpentinenform angelegt. Die heute über 30km zu befahrene Kreissegmentstraße im Nationalpark war aus vor Ort gegossenen Betonplatten gebaut, nach dem morgentlichen Regenschauer ein Taum für die Powersliderfraktion. Leider bremsten mich sowohl die Beifahrerin als auch die in veritabler Stärke ausgeführten Gräben immer wieder ein...

Sonntag, 24. Juli 2011

Erste Fahrversuche

Der Flug in die Südsee war vor allem eines: Lang. Da es sich bei Reunion um fanzösisches Staatsgebiet handelt, ist es von Paris ein Inlandsflug: Orly statt Charles de Gaulle. Es gibt keine Bahnverbindung, sondern einen Busservice. Fahrtechnik konnte man vom Busfahrer lernen: In kilometerlange Schlangen wird erst im letzten Moment eingeschert, abfahren von Schnellstraßen und gleich wieder auffahren etc.

Nach einem Mega-Macaron vom Pauls konnte ich in Orly gegen heftigen Widerstand bei 'La Maison du Chocolat' eine 12er Packung Mini-Macarons erwerben. Und ja, Macarons sind keine Flüssigkeiten und man darf sie mit an Bord nehmen. So konnten wir die Reichhaltigkeit des Bordessens nach oben abrunden...

Mit dem Mietauto, einem Renault Clio College, konnten wir dann die hiesigen Serpentinen testen. Wirklich sehr schön zu fahren, wenn auch Beifahrerinnenseitig teils heftiger Protest verbalisiert wurde. Es sind die richtigen Kurven für einen Golf R. So war es jetzt immer links, rechts, links, runter schalten, rechts (gerade bergauf). Gefühlt 100 mal hintereinander, ich habe die GPS Tracks. Übrigens gewöhnt man sich ganz schnell an die leuchtende Airbaglampe, die Dauerbeleuchtung mit der Aufschrift "SERV" und einer orangen Tankanzeige, die eher der Illumination des Fahrzeuginnenraum dient, denn der Information. Auch führt die fehlende Höhenverstellung von Lenkrad und Sitz zu einer eher ungewöhnlichen Fahrposition, lediglich der im Verhältnis zum hohen Sitz zu tiefe Dachrahmen führt regelhaft zu Kopfanstößen am Türdichtungsgummi.

Heute am Sonntag in der Nebensaison wurde hier überall schon um 12:00Uhr mittags die Bürgersteige hochgeklappt. Damit landen die Einheimischen auf der Straße, leider fast alle in einem Alkohol geschwängertem Zustand. Hier gibt es tatsächlich mehr talkende Fussgänger als in Finnland. Auch wenn wir schon einige der Zuckerrohrfelder gesehen haben, an den einheimischen Rum haben wir uns noch nicht gewagt. In den Bars stehen gro0e (3+ Liter) Flaschen mir Rum und eingelegten Früchten. Leider haben letztere durchweg ein graues colorit und sehen so aus, als ob der letzte Dodo sie noch selbst eingefüllt hat. Es gab auch eine Falsche mit Früchten, die in der Flasche deutlich! größer waren, als der Flaschenhals: Buddel-Frucht-Rummtopf.